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Zweimal die große Liebe, bitte!

27 Apr

Es ist ein wundervolles Gefühl, wenn man verliebt ist. Noch herrlicher ist es, wenn dein Protagonist UND du verliebt sind.

O ja, Evelyn Memphis liebt Leven. Ich schreibe gerade an der Rohfassung des überraschenden Showdowns, in dem Eve endlich ihre Liebe zu ihrem besten Freund seit Kindertagen erkennt. Und das Gefühl steckt in meinem Körper, in jedem meiner Worte.

Denn auch ich bin verliebt… in N., den romantischsten Jungen, den ich kenne.

Ach N. … und heute wurdest du endlich gefragt, ob du mit mir zusammen sein möchtest, ist’s ja, ist’s nein?

Mein Herz wummert…

Ich bete um baldige Erlösung zum Guten hin!! Und dann wird auch Eve erlöst werden.

Zweimal die große Liebe, bitte!

The Rise: Kapitel 3 – Der Abstieg (TEIL 1)

26 Apr

DER ABSTIEG

 

Cheryl Mason strich sich wütend das schwarze Hexenhaar aus dem Gesicht und riss einen Plan nach dem anderen von der teuren Stellwand. Jedes kaputte Blatt Papier untermalte sie mit einem Laut, der wie ein Kampfschrei klang.
“Cheryl, beruhige dich!”, versuchte Tallyn sie zu beschwichtigen und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Ihr Gegenüber warf sie trotzig ab und trat mit Wucht gegen ein Metallbein der Plakette.
“Und wieso, heh? ICH bin am Arsch! ICH werde sterben! ICH habe ein Recht darauf wüten zu…!”
“Es reicht, Mason!”, donnerte Bill. Seine Augen waren dunkler geworden, sofern Cheryl es erkennen konnte. “DU magst sterben, aber deine kindischen Wutausbrüche nützen Niemandem etwas! Wir können keine Kinder gebrauchen, in einem Spiel, in dem Erwachsene versuchen, uns in die Knie zu zwingen.”
Während Bill die Worte schnell und beinahe einlullend sprach, spürte er, wie sich sein Körper gegen seinen Willen wieder beruhigte und weich wurde. Verdammt, ja, er konnte Cheryl verstehen! Sie steckten Alle mit drin. Doch ihre Leichtsinnigkeit würde sie noch den Tod kosten. Und er wagte es zu bevorzugen, wenn dieser so spät wie möglich eintraf.
“So”, pflaumte Cheryl, nur, um das letzte Wort zu haben.
Ihre Rassigkeit war ihnen immer zum Vorteil gewesen- Bill begann langsam zu bereuen, dass er Cheryl so angeschrien hatte. Zumindest hatte sie gezeigt, dass ihre Gefühle nicht zu Eis gefroren waren, was man von ihm und Tallyn Farr nicht behaupten konnte.
“Wenn das dann geklärt wäre…?”, fragte Tallyn leise und klammerte sich an einem Kissen fest. Sie saß in einem rostbraunen Sessel, das komfortabelste Möbelstück in ihrer Unterkunft.
Cheryls Antwort war ein Seufzen, das von Anschuldigungen und Leid geplagt war. “Es geht um meine beste Freundin”, erwähnte sie abermals, “und um ihr Überleben. Wenn wir Eves Sturkopf nicht davon überzeugen, dass wir das beste für sie wollen, können wir ihr nicht helfen! Und dann sterben wir BEIDE. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber das möchte ich doch gerne verhindern.”
“Was wäre, wenn du zu Evelyn gehst und sie selbst mitholst? Dir wird sie bestimmt glauben”, kam es aus dem beigen Kissenberg. Sie waren alle einmal weiß gewesen, doch die Verwesung und der Schmutz in der Höhle hatten ihre Spuren hinterlassen.
Gerne hätten sie einen hübscheren Schlupfwinkel als eine Steinhöhle im Wald gehabt. Leider hätte Alles andere nur Aufsehen erregt.
“Lustig. Ich komme darauf zurück, wenn ich gerade Lust habe, Mal wieder fast totgehackt zu werden und meine Energie nutzlos zu verbrassen! Ich dachte, ihr sollt mich schützen und nicht aufopfern?”, empörte Cheryl sich.
“Halt den Mund. Du weißt genau, dass wir es nicht riskieren können, uns so auffällig zu benehmen, da hat Cheryl recht. Es wäre wohl nicht das Beste, eine beflügelte Jugendliche durch die Stadt wandern zu lassen. Selbst, wenn dies geklärt wäre,wüssten wir immer noch nicht, ob sie überhaupt genug Kraft hätte, die Stadtmauern zu überwinden.”, fuhr Bill dazwischen.
Tallyn zuckte zusammen.
Cheryl schnaubte.
“Dann bleibt es wohl an mir hängen.”, bemerkte Bill.
“Für diese blendende Erkenntnis würde ich dir normalerweise eine Medaille verleihen, leider sind sie mir gerade ausgegangen.”
Aus dem Sessel kam ein leises Kichern. Bill verdrehte die Augen. “Sorgt einfach dafür, dass Niemand euch finden kann, geschweige denn unser Versteck.”
Mit diesen Worten duckte Bill sich und kroch in die Erdgrube, die weit in den Wald und direkt zu der Stadtmauer führte.

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“Und, Eve, was willst du nun tun, wo du doch jetzt frei bist?”, fragte Leven, als der Trubel sich gelöst hatte. Sie waren auf dem Balkon der Festhalle und versuchten, die Jubelrufe und Stimmgeräusche auszulöschen.
“Ich weiß es nicht. Ich hatte mir das Ganze anders vorgestellt. Ein richtig magischer Moment,aber es war eher ein Untertauchen. Den Kopf ins eiskalte Wasser halten und…dann ist es auch schon wieder vorbei.”, erklärte Eve ehrlich.
Leven nickte. Sie hätte sich gerne bei ihm entschuldigt, aber ihr Wortschwall und die Kopfschmerzen machten das Reden zu einer Qual. Stattdessen versuchte sie sich abzulenken und dachte an die Schwere von Levens Ohrringen im Vergleich zu ihrer Schönheit und daran, wie sein Atem das Silber gesegnet hatte. Welches sie trug. Eve fühlte sich wunderschön, einen kleinen Moment, wie eine nachgerückte Weihe.
“Ich würde dir gerne sagen, dass es besser wird.” Leven klang mit den Gedanken ganz woanders. Dennoch wendete er sich ihr zu. Eve sah in seinen Augen viele vergangene Erlebnisse, die sie sich teilen durften. Wie jenen Sommer, in dem sie mit Leven Pflaumen gepflückt und das erste Mal von ihrer Weihe geschwärmt hatte. Über ein schönes Kleid, ihn als Weihpartner und ein neues Leben.
“Dann tu es doch”, bat Eve, “Bitte.”
Leven umarmte sie, wog sie wie ein kleines Kind. So fühlte sie sich. Keziah war ein kleines Kind. Keziah hörte sich tough an und Eve fragte sich, was Leven zu dem Namen geführt hatte. Sie war noch nie stark oder mutig gewesen, eher wütend und ungezügelt und in den entscheidenden Momenten dann doch voller Angst.
Jetzt hatte Eve keine Angst. Weder sie, noch Keziah, die jetzt schon ein Teil von ihr war. Oder andersherum? Wer wusste das schon.
Leven legte seinen Mund an ihre Wange, an ihr Ohr. Eve bebte. Alles in ihr war in Aufruhr. Die Nervosität, alles Neue, das, was sie vor wenigen Stunden noch so kalt und entschlossen hatte wirken lassen, loderte in ihrem Körper auf wie ein Tier.
“Mein Name”, flüsterte Leven, “mein richtiger Name ist Miles.”Eve wollte etwas erwidern, sie wollte es wirklich. Aber ihr Herz wollte nicht und ihre Lippen pressten sich zusammen und schützten sich gegen die Kälte, die wie ein Sog in sie hinein fuhr. Kälte und Schuld. Leven liebte sie und das hätte sie doch merken müssen. Es hatte bestimmt Anzeichen gegeben. Die Blumen..kleine silberne Rosen, Ohrringe. Levens immerzu heiteres Lächeln, auch wenn Eve furchtbar anstrengend war. Seine Arme, die Eve auf seine Fotopodeste im Wald hoben.

All dies war ihr selbstverständlich gewesen.

“Evelyn, dein Trost wird ausgesprochen.”, meinte Leven und erlöste sie somit aus ihrer Starre. Eve erwiderte dennoch Nichts. Der traurige Unterton seiner Stimme hatte ihr gereicht.

Sie sollte wenigstens ein kleines ‘Tut mir leid’ erwidern.
“Evelyn, dein Trost” Wieder er. Beweg dich endlich, mahnte sie sich. Das tat Eve, sie machte zwei wackelige Schritte in Levens Arme und dann versteifte sie sich an seiner Brust und begann das zweite Mal in ihrem Leben zu weinen.
Es war ein unerträgliches Gefühl, dass Eve sich ihm schon wieder auflastete, obwohl er viel mehr Grund zur Trauer hatte.

Es war nicht fair, dass sie in seinen Armen lag und über Kummer klagte, obwohl [i]er[/i] doch Grund zur Trauer hatte.
Eve fühlte sich wie ein Monster, als er ihr beruhigend über den Rücken strich. Das verdiente sie wahrlich nicht. Keziah vielleicht, aber Keziah konnte sie nicht sein. Jeder würde die Kontrolle über ihren Körper haben, sie zu unflätigen Dingen zwingen.
„Vergiss deinen Trost nicht“, erinnerte Leven sie abermals. Seine Stimme hatte einen rauen Ton angenommen. Sie klang heiser und gar nicht wie der Junge, der an allem Schrecklichen auf der Welt etwas schönes sehen kann. Der, der sagte: ‚Wenn ein Mensch stirbt, wird seine Seele aufgehoben und in einem neuen Menschen wiedergeboren. Ich werde deine Seele und deine Körper immer lieben, Eve‘ Spätestens da hätte sie seine Gefühle erahnen müssen. Eve dachte, er basiere auf Freundschaft.